Südamerika 2.0

ReiseEs ging wieder los. Der 27. Februar rückte immer näher und mit ihm auch der Tag des Rückflugs nach São Paulo und damit meine Weiterreise durch Südamerika. Ein wunderschöner Heimaturlaub ging zu Ende und ich musste irgendwo eine Entscheidung treffen, ob ich überhaupt wieder weg will. Denn nach einem tollen Besuch zu Hause, kommt man selbst als Reisender zum nachdenken, ob man nicht doch lieber bleiben möchte. Doch meine Reise war noch nicht zu Ende. Dinge die ich noch sehen und lernen wollte, stehen noch immer offen. Deshalb packte ich wieder meinen Rucksack und trat, wie angedacht, meinen Rückflug an. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen ein wenig Zeit zum Schreiben habe, um von meiner Reise und den Dingen zu berichten, die ich hier erlebe. Momentan kann ich noch nicht wirklich genau sagen, wohin es mich in nächster Zeit verschlägt, nachdem ich ein paar Freunde hier in Brasilien besucht habe. Aber ich bin gewiss, dass sich das früh genug zeigen wird.

Als nächstes will ich noch ein paar Gedanken mit dir teilen.

Montag früh. Es ist kurz nach sieben und in einer halben Stunde muss ich in der Schule sein. Auch das noch – die Frontscheibe ist zugefroren. Es müssen wohl zehn Grad unter Null sein. Nachdem ich den Zündschlüssel im Zündschloss gedreht habe, springt der Bock – wenn auch nur mühselig – endlich an. Frontscheibe freigekratzt und los geht’s. Das Tanklämpchen strahlt den Innenraum des Fahrzeugs ordentlich an. Der Handyakku gibt auch gerade den Geist auf…da muss wohl mein Kumpel ein paar Minuten länger in der Kälte auf mich warten.
Ein Moment von früher, an den ich mich gerade zurückerinnert habe. Du kennst höchstwahrscheinlich ähnliche Situationen deines Alltags. Nun will ich noch einmal jenen Morgen von einer anderen Perspektive schildern.

Nach einer erholsamen Nacht und einem ordentlichen Frühstück gehe ich nach draußen.  Es ist noch finster und ich sehe den wundervollen Sternenhimmel und den fast vollen Mond, der den lockeren Pulverschnee glitzern und funkeln lässt. Beim Laufen knirscht die festgeforene Schneedecke  unter meinen Schuhsohlen. Ich atme tief die kristallklare Luft ein, die die Nase einfrieren lässt, sich aber echt gut anfühlt. Das Auto ist von einer Eisschicht überzogen und ich bin spät dran auf meinem Weg zur Schule. Ich muss mich wohl damit abfinden ein paar Minuten zu spät zu kommen. Ich zünde das Auto, lass` es ein wenig abtauen und trinke währenddessen noch einen warmen Tee. Meinem Kumpel schreibe ich noch eine kurze Nachricht, dass es ein paar Minuten länger dauern wird, während mein Handy am Ladekabel hängt. Kurz vor Abfahrt steckt mir mein Großvater noch fünf Euro zu, mit denen ich mir Mittags etwas zu Essen kaufen soll. Letztlich dient es einem kurzen Stop an der ¨Tanke¨, der das kleine Kontrolllämpchen zum Erlöschen bringt.

Wie du siehst – Es ist der gleiche Morgen in zwei unterschiedlichen Versionen. Mit dieser kurzen Geschichte will ich eigentlich nur auf folgendes hinaus:

Dank meiner Reise hatte ich die Möglichkeit, meine Heimat, wie einen Teil dieser zu betrachten. Das heißt, ich konnte alles von einer anderen Perspektive sehen. Da wird einem nochmal richtig bewusst, wie schön es eigentlich bei uns im Gebirge ist. Mir wurde klar, dass durch den Alltag die schönen Dinge oft unbeachtet bleiben, da man sich gar keine Zeit mehr für sie nimmt. Sollte man nicht jeden Moment, so vollkommen wie er ist, wahrnehmen? Letztlich ist das ¨gerade Jetzt¨ das einzige was existiert. Das Gestern ist schon vergangen und das Morgen existiert noch nicht. Dieser Moment muss genutzt werden. Oft ertappe ich mich dabei, wie ich gedanklich abwesend bin. Entweder habe ich über Erlebtes nachgedacht oder bin besorgt über das, was kommt. Somit geht mir das Hier und Jetzt durch diese gedankliche Abwesenheit verloren, obwohl es das einzige ist, was existiert. Dabei sollte man doch wirklich bewusst den Moment und seine Schönheit genießen. Vielleicht ist es auch wieder einmal notwendig, bewusst eine Runde durch den Wald zu spazieren, am Bächlein vorbei und dabei den Klängen der Natur zu lauschen? Oder bei schönem Wetter wieder einmal auf den Fichtelberg zu fahren und die wunderbare Aussicht über unser schönes Sachsen zu genießen? Es ist nicht immer nötig weit weg zu fahren, um abschalten zu können. Wichtig dabei ist, sich bewusst die Zeit zu nehmen, den Moment zu genießen und im Hier und Jetzt zu leben. Ob es der Weg zur Schule oder auf Arbeit, oder die eigene Freizeit ist.

Jetzt kommt der etwas persönlichere Teil:
An dieser Stelle möchte ich noch einmal ganz herzlich Danke an alle sagen, die mir meinen Heimaturlaub ermöglicht und bereichert haben. Danke für die gemeinsame Zeit, falls wir uns gesehen haben und wenn es leider nicht möglich war, dann hoffe ich jeden Einzelnen bald oder irgendwann wiederzusehen. Vor Allem gilt mein Dank meiner Familie! Ich habe es sehr genossen wieder einmal zu Hause zu sein und wir hatten eine wunderbare Zeit zusammen.
Nun komme ich zum Ende mit diesem etwas konfusen Artikel und sage bis bald. Ihr werdet von mir lesen.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ja mein lieber du hast recht. Wir denken viel zu sehr an anderes als an das gerade eben. Durch die zeit mit meinen Tieren vor allem den Hund wenn wir draußen spazieren gehen, befinde ich mich immer mehr im jetzt. Ich genieße die zeit in der Natur auch wenn es regnet und freue mich über meine Freunde und das Leben das ich führen kann. Es War auch sehr schön dich wieder zu sehen. Und ich hoffe dich auch bald wieder zusehen. Vllt in der großen weiten Welt :-)
    Bis dahin- Pass auf dich auf
    Deine Freundin kichererbse

    • Hallo Liebe Diana!
      Freut mich, dass dich der Artikel angesprochen hat und du dich annimieren lassen hast, mir ein Kommentar zu hinterlassen. Ich habe mich auch gefreut dich wiederzusehen! Klasse, dass dir dein neuer, kleiner, vierbeiniger Gefährte dabei hilft, mehr und mehr den Moment leben zu können. Alles Gute für Euch und auf ein baldiges Wiedersehen!

      Liebe Grüße vom Sven

  2. Lieber Sven,

    Einen tollen Blog hast du hier zum Leben erweckt! Dieser Beitrag gefällt mir ganz besonders- wahrscheinlich weil es mir genauso geht wie dir: Je weiter weg man von der Heimat ist oder je mehr Neues man entdeckt, desto mehr lernt man zu schätzen, was man die ganze Zeit praktisch vor seiner Nase hatte. Vieles, was mich früher gestört hat, sehe ich jetzt mit anderen Augen und ich geniesse jede einzelne Minute, die ich in unserem Gebirge verbringen kann.
    Ich wünsche dir eine tolle, weitere Reise mit vielen wundervollen Eindrücken und Erlebnissen!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz,
    Lisa

    • Hallo Lisa :)

      Vielen Dank für’s Lesen! Ich wünsche dir, oder besser gesagt euch, alles Gute in der Schweiz und hoffe wir sehen uns bald wieder! Auf weitere Kommentare und vielen Dank für die lieben Grüße!

      Sven

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