Reisen ohne Ersparnisse (2)

Wie im vorigen Teil festgestellt, hat man nicht immer die Möglichkeit bei jemandem unterzukommen oder vielleicht hat man über Workaway auch nichts gefunden. Also sollte man als Reisender flexibel sein und sich immer wieder etwas neues einfallen lassen.
Doch immer gerade dann, wenn man eine Lösung braucht, ist es oft wie angestemmt. Da hat man vielleicht schon eine Idee, aber…
Die einzige Form und der einzige Weg diesen Punkt zu überwinden ist, zumindest für mich – einfach d`rauf los zu gehen und die Idee in die Tat umzusetzen. Nur so weiß ich zum Schluss, ob es eine guter Einfall war!

Der Bäcker

So kam ich in „La Paloma“ (Uruguay) an, um für ein paar Wochen in einem Hostel mitzuhelfen und im Gegenzug gratis dort übernachten und frühstücken zu können. Da ich mich nicht die ganze Zeit nur von Keksen, die es jeden Morgen zum Frühstück gab, ernähren wollte, war dies auch hinfällig; aber das ist ein anderes Thema. Zum Glück gab es eine Küche, in der ich ohnehin schon sehr viel Zeit verbrachte. Da Kochen zu einer meiner mir liebsten Hobbys zählt, hatte ich die Idee, qualitativ hochwertige Kuchen und Torten zu backen, um diese zu verkaufen. Vorsichtig Fühlung aufgenommen, machte ich einen einfachen, jedoch gesunden Kuchen. Diesen stellte ich dann in die Küche mit einem Schild und der Bitte um ein paar „Pfennige“ für die Unkosten, gerichtet an alle, die sich daran bedienten. Leider blieb dieser Versuch ohne Erfolg – es war eher ein Misserfolg, denn der Kuchen wurde kleiner, jedoch fand ich keine Münze neben meinem Schild in der Küche. Soviel zur Kasse des Vertrauens…
Der BäckerEin paar Tage später startete ich erneut einen Versuch, doch diesmal ein wenig professioneller. Ich suchte mir ein Rezept heraus, änderte es ein wenig ab, kalkulierte die genauen Ausgaben und begann in der Küche meine ersten Schoko- Birnen- Törtchen zu backen. Mit einem Karton mit der Aufschrift „Vollkorntorten“ zog ich dann los an den Strand, um diese der Vielzahl von Touristen direkt anzubieten. Zunächst lief ich einige Kilometer, bis mich endlich der erste zu sich winkte. Von da an ging es dann wie von selbst, denn am Abend hatte ich von 9 Törtchen nur noch eins übrig. So kaufte ich mehr Zutaten und machte das ganze eine Woche lang, natürlich auch mit eigenen Komposition, wie z.B. einer Mangomuß- Streußel- Torte oder dem jeden von uns bekannten, klassischen Pflaumenkuchen.
In jener Woche konnte ich von meinen Verkäufen leben und so viel ansparen, dass ich zwei Wochen danach noch davon zehrte. Für mich ein super Erfolg!
Doch klar ist, nicht immer hat man einen Ofen parat…

Weiter geht´s im nächsten Teil.

 

Teil 1 der Artikelserie „Reisen ohne Ersparnisse“

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